Schmerzsignale als Schutzfunktion
Schmerzen erfüllen eine wichtige Schutzfunktion, denn sie dienen als Warnsignal, die unseren Körper vor schädlichen Einflüssen schützen sollen.
Ist eine Schmerzursache behoben, so sollte es keinen Grund mehr für unseren Köper geben Schmerzen wahrzunehmen.
Handlungen durch die wir Schmerzen erfahren haben, lassen uns Lernen und unsere Bewegungen in Gefahrensituationen anpassen.
Das Ausbleiben von Schmerzen, z.B. durch bessere, geschicktere Bewegungen aktivieren auch unser Belohnungssystem und lassen uns erfolgreicher werden.
Schmerzwahrnehmung entsteht im Gehirn
Die Schmerzwahrnehmung wird durch das Nervensystem vermittelt.
Alles was wir denken, wahrnehmen, empfinden und erleben wird durch unser Gehirn vermittelt und gesteuert.
Dies trifft auch auf die Schmerzwahrnehmung zu.
Schmerz ein Signal für Körper und Seele und dient als Schutzfunktion.
Schmerz lenkt unsere Aufmerksamkeit auf bestimmte Körperregionen, die mit dem Schmerz in Verbindung stehen.
Schmerzsignale können aus unserem Inneren und Äußeren an unser Gehirn als Steuerzentrale gesendet werden.
Unsere Schmerzwahrnehmung bindet unser Gehirn in die Schmerzverarbeitung mit ein und aktiviert uns,
um schädliche Einflüsse vom Körper abzuwenden und unseren Körper auch in Zukunft zu schützen.
Durch Schmerzvermittlung machen wir außerdem Lernerfahrungen, die uns vor Verletzungen schützen sollen.
Diese Informationen werden in unseren Gehirn gespeichert,
um bei ähnlichen Situationen intelligenter und geschickter mit Gefahren umgehen zu können.
Auch Nervenimpulse aus dem Inneren des Körpers können wahrgenommen werden, entweder direkt lokal,
z.B. als Eingeweideschmerz oder als Schmerzprojektion auf unserer Körperoberfläche.
Warum können Schmerzen chronisch werden?
Schmerzen können aus den verschiedensten Gründen chronisch werden. Hier ein paar Beispiele:
- Strukturelle, chemische und mechanische Dauerreize
- Entzündungen
- Minderdurchblutung und pH-Wert-Verschiebung im Gewebe
- Lymphstau und Gewebsveränderungen
- Anreicherung von Stoffwechselprodukten in Muskeln und Zellzwischenräumen infolge akuter Stoffwechselprobleme im Bewegungsapparat.
- Stress und Reizüberflutung triggern den Sympathikus und können die Muskelanspannung erhöhen.
- Auf hormoneller Ebene können Gewebsmediatoren Entzündungsreaktionen verstärken.
- Auf neuronaler Ebene können Nerven durch Dauerreize im Verlauf sensibler reagieren.
- Durch strukturelle, chemische und mechanische Dauerreize kann eine metabolische Minderversorgung der Körperzellen mit Nährstoffen und Vitalstoffen die Folge sein.
- Bewegungsmangel und eine reduzierte Bewegungsvielfalt kann Ursache und Folge von Dauerschmerzen sein.
- Unser Nervensystem kann aus verschiedenen Gründen fehlerhafte Signale an das Gehirn senden, sodass es zu Fehlsteuerungen kommen kann.
Mit Strategie die Schmerzspirale durchbrechen
Um chronische Schmerzen dauerhaft und erfolgreich zu begegnen, ist es aus meiner Sicht wichtig,
das Nervensystem in Verbindung mit allen anderen Körpersystemen wie dem Herzkreislaufsystem,
dem Atmungssystem und natürlich unserem Bewegungsapparat, mit seinen Muskeln und Faszien
und dem Hormon- und Immunsystem, in die Behandlung mit einzubeziehen.
Schmerzen behandeln mit Neurofunktioneller Therapie
Die neurofunktionelle Therapie hilft dabei, gestörte Nervenleitungen und Nervenfunktionen aufzuspüren und gezielt zu behandeln.
Mit manuellen Impulsen fördere ich Nervenverbindungen, dass die Nerven wieder besser ins Nervensystem eingebunden werden und physiologisch arbeiten können.
Liegt eine veränderte Schmerzverarbeitung vor, dann können hierfür verschiedene „Schaltstellen“ im Nervensystem dafür verantwortlich sein.
Dies ist der Bereich, wo die Neurofunktionelle Therapie ansetzt.



